Begonnen mit dem Bau Anfang des Jahres 1936 konnte der Horst in nur etwas mehr als einem halben Jahr fertiggestellt werden. Zum Jahreswechsel 1936/1937 wurden die ersten Flugzeuge stationiert.
Bereits im Frühjahr des Jahres 1937 verlegten Teile des KG 255 "Alpengeschwader" nach Memmingerberg, das jedoch kurz darauf in das legendäre KG 51 "Edelweiß" umbenannt wurde. Schon bald waren berühmte Flugzeuge wie die HE 111, JU 88 und DO 17 am Memminger Himmel Alltag.
Nachdem das KG 51 Anfang 1940 den Flugplatz Richtung Frankreich verlassen hatte, wurde zunächst eine 1000 m Betonbahn erbaut. Dann begann reger Schulungsbetrieb auf dem Platz u.a. durch die Zerstörerschule 2.
Der erste Bombenangriff auf den Flughafen fand im Frühjahr 1944 statt mit schweren Schäden. Trotzdem erfolgten weiterhin Erprobungen wie z.B. des ersten Düsenjägers Me 262 oder der Me 264, dem sog. "Amerikabomber". Viele weitere unterschiedliche Verbände verlegten nach Memmingen, wenn manchmal auch nur für wenige Tage.
Es folgten weitere schwere Angriffe Mitte des Jahres 1944 und im April 1945. Sie beendeten nicht nur die Nutzung des Horstes als militärischen Flughafen, sondern forderten auch einen hohen Tribut der Zivilbevölkerung. Wenige Tage später kapitulierte Memmingen - der Krieg war vorbei.
In der ersten Zeit nach dem Krieg dienten die noch bewohnbaren Gebäude als Übergangslösung für Flüchtlinge aus den Ostgebieten. 1956 jedoch begann die Flugzeugführerschule "S" wieder mit vollem Flugbetrieb, nachdem durch die Amerikaner der Flugplatz 1954 als Übungsplatz deklariert worden war. 1959 verlegte die Flugzeugführerschule "S" nach Faßberg und es begann die über 40 Jahre dauernde Geschichte des JaboG 34.
Am 5. Mai 1959 wurde die neue Einheit feierlich in Dienst gestellt und mit der amerikanischen F84F "Thunderstreak" ausgerüstet. Die Maschinen taten ihren Dienst bis ins Jahr 1964.
Es folgte dann bis 1987 die legendäre F-104G "Starfighter", die, von allen Piloten geliebt, trotzdem aufgrund vieler Unfälle den unschönen Beinamen "Witwenmacher" erhielt. In dieser Zeit wurden auch Soldaten der amerikanischen Streitkräfte stationiert, die für die in Memmingerberg gelagerten Atombomben und die Alarmflugzeuge verantwortlich waren.
Ab 1987 wurde das JaboG34 dann mit dem PA 200 "Tornado" ausgerüstet, der bis zum letzten Flug am 19. 12. 2002 in Memmingerberg verblieb. Obwohl die Amerikaner und die Atombomben schon längst wieder abgezogen waren, blieb das JaboG 34 Teil der Krisenreaktionskräfte.
Am 30.06.2003 wurde das JaboG 34 aufgelöst. Als letzte Dienststelle folgte dann am 31.03.2004 die Standortverwaltung. Die Nutzung des Fliegerhorstes als militärischer Standort fand nach fast 70 Jahren ein Ende.
Es war im Anschluss vor allem die Sportfluggruppe Memmingen mit ihren Aktivitäten, die die fliegerische Nutzung des Platzes weiter aufrecht hielt.
Es sollte jedoch immerhin noch fast drei Jahre dauern, bis der Flugplatz im größeren Stil wieder beflogen wurde. Nach großen Anstrengungen und erheblichen Investitionen nahm der neue Allgäu Airport am 28.06.2007 mit der Fluggesellschaft TUI seinen Linienflugbetrieb auf. Mit steil wachsendem Erfolg am höchst gelegenen Flugplatz Deutschlands - in Memmingerberg.
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